Begegnung
Ich ritt ein edles Pferd von stolzem Gange. Die Frühlingsbäume hatten Blüten auf Den Weg gestreut: darüber ritt ich hin.
Nun kam ein Wagen mir entgegen, fest Geschlossen. Als ich ihm zur Seite war, Rührt ich mit meiner Peitsche sanft daran.
Da öffnete der Vorhang sich aus Perlen, Und wie geblendet ward ich durch das Lächeln Der schönen Frau, die in dem Polster saß.
Mit einer flüchtigen Bewegung zeigte Sie in die Ferne, wo ein stattlich Haus Mit rotem Dache in der Dämmrung lag.
Und eh der Vorhang wieder sie verhüllte, Hört ich sie flüstern: Reitet dort hinüber, Dort wohnt ein holdes Mädchen, das Euch liebt.
Hans Bethge, Pfirsichblüten aus China, 1922, S. 42.
Nachdichtung aus dem Französischen. Text gemeinfrei.